Rapa Nui - Osterinsel

Warum denn gerade zur Osterinsel? - war eine häufig gestellte Frage wenn wir über unsere Reisepläne mit Bekannten und Freunden sprachen. - Ach ja das ist doch die Insel mit den großen Steinfiguren... - Gerade diese mystischen Steinfiguren, die als Moais bezeichnet werden, hatten schon seit langer Zeit mein Interesse, vielleicht sogar etwas Abenteuerlust geweckt. Einmal den riesigen Kolossen, mehrere Meter hoch und Tonnen schwer gegenüberzustehen - das war mein Wunsch, der im Herbst 2008 in Erfüllung gehen sollte.

 

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Die kleine verwaltungspolitisch zu Chile gehörende Insel, auch als Isla de Pascua (span.) bezeichnet, bzw. Rapa Nui - wie sie die Einheimischen nennen, ist in ihrer maximalen Ausdehnung gerade mal 24 Kilometer lang und 13 Kilometer breit. Der Großteil der vulkanischen Insel ist von kargem Grasland überzogen, vereinzelt trifft man auf Palmenhaine und Eukalyptus-Wälder in denen auch Nadelbäume zu finden sind. Die Küsten sind sehr schroff und fallen steil ins Meer hinab, bis auf eine Tiefe von etwa 3000 m. Besonders beeindruckend ist das Spiel der großen Wellen, die ständig gegen die Küste laufen. Ganz im Gegensatz dazu der flache Strand von Anakena im Norden der Insel, mit seinem herrlich weißen Sand und gemächlich plätschernden Wellen, die zum Baden einladen.

Hanga Roa, der einzige kleine Ort im Südwesten der Insel gelegen, hat in etwa 4000 Einwohner, wovon einige hundert Bewohner Chilenen sind. Die Rapa Nui, wie sich die Einheimischen selbst und auch gleichzeitig ihre Muttersprache nennen, sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. Mit etwas spanisch oder auch englisch können wir uns gut verständigen. Rapa Nui ist eine polynesische Sprache. In den wenigen Tagen unseres Aufenthaltes lernen auch wir wenige Worte Rapa Nui. In dem kleinen Ort konzentrieren sich alle wichtigen Einrichtungen, wie das Krankenhaus, die Tankstelle, die Bank und die Post sowie die vielen kleinen Hotels und Pensionen. Die Lebensader von Hanga Roa ist die Avenida Atamu Tekena, gesäumt von vielen kleinen Geschäften, Märkten, Restaurants und Cafes.

Das Wahrzeichen der Osterinsel sind die riesigen Steinfiguren, die Moias. Einige thronen entlang der Küste, seltener im Inselinneren, auf großen steinernen Plattformen, den Ahus. Viele der Ahus wurden im kulturellen Wandel der Zeitgeschichte zerstört. Oft liegen die Figuren mit dem Gesicht zur Erde gewand oder zerbrochen in Einzelstücke vor den Ahus, die manchmal auch nur noch als loser Steinhaufen existieren. 

Interessant sind auch die vielen kleinen Höhlen der Insel. Die Lavablasen liegen oft nur knapp unter der Erdoberfläche und sind somit leicht zugänglich. Andere Höhlen, wie zum Beispiel die Ana o Keke sind nur über die Steilküste erreichbar. Belohnt wird die Kletterei, besonders in dieser Höhle, mit sehr alten Felszeichnungen.

Am Besten lässt sich die Insel in Kombination von Geländewagentouren und zu Fuß erkunden. Leider waren die neun Tage viel zu kurz um alles anzuschauen und vor allem auch die Menschen besser kennen zu lernen. Geblieben sind die vielen unvergesslichen Erlebnisse und der Wunsch einmal an einen Tapati Fest teilnehmen zu können.

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