Namibia - zurück nach Afrika

Als wir 2006 von Südafrika nach Deutschland zurückkehrten, war der Wunsch, eines Tages wieder nach Afrika zu reisen, schnell geboren. Die herrliche Landschaft, die Menschen und Tiere hatten uns nachhaltig beeindruckt. Und so entschließen wir uns kurzfristig, in diesem Jahr eine Reise nach Namibia zu unternehmen.
Nachdem wir in den vergangenen 2 Jahren auf eigene Faust durch die Welt gereist sind, sollte es diesmal eine Tour in Begleitung einer kleinen Reisegruppe werden. Der Vorteil dabei ist, dass man sehr viel mehr im Rahmen der Reise über Land und Leute erfährt und sich der Vorbereitungsaufwand für die Reise stark in Grenzen hält. Doch wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten. Das bedeutet, wir haben diesmal nur wenig individuellen Spielraum, was die Route betrifft und die „Foto Sessions“ sind besonders zum Leidwesen von Kerstin mal wieder limitiert. Unsere Bedenken ändern aber nichts am Plan und so landen wir nach einem 10-stündigen Flug von Frankfurt am 25.09.2009 kurz vor neun Uhr in Windhoek...  weiter lesen

Die unendliche Weite Namibia's

Namibia ist ein sehr dünn besiedeltes Land und so genießen wir auf unserer Tour die unendliche Weite und Ruhe der Savannen- und Wüstenregionen. Auf einer Fläche von ca. 824.000 Quadratkilometern leben gerade mal 2 Millionen Menschen. Damit ist Namibia in etwa 2,3 Mal größer als Deutschland – im Einwohnervergleich sind es aber nur 2,5% derer, die bei uns in Deutschland leben. In der Hauptstadt Windhoek wohnen nach offiziellen Angaben etwa 315.000 Menschen. Alle anderen Städte, wie beispielsweise Swakopmund, Walvis Bay, Rundu und Oshakati sind mit Einwohnerzahlen zwischen 35- und 80.000 schon deutlich kleiner. 

Namibia wird im Allgemeinen als Vielvölkerstaat charakterisiert. Die Historie der Stämme bzw. der ethnischen Gruppen geht um einige hundert Jahre zurück, bei den San spricht man sogar von mehreren tausend Jahren, deren Zeugnisse sich aber auf Felszeichnungen und Werkzeuge jener Zeit beschränken. Neben dem Stamm der Himba (Hirten und Halbnomaden im Nordwesten Namibias), die wir auf unserer Reise persönlich kennen lernen durften, leben in Namibia: die San (Buschmänner, in nördlichen, östlichen und nordöstlichen Gebieten), die Nama (aus Westafrika stammend, kolonialsprachlich Hottentotten genannt, verstreut in ganz Namibia), die Herrero (aus Ostafrika stammend, in städtischen Gebieten), die Ovambo (mehrere Stämme im Norden Namibias), die Kavango (mehrere Stämme am Okavango), die Caprivianer (mehrere Stämme im Caprivi-Streifen), die Damara (unbekannte Herkunft, in Städten und auf Farmen), die Baster (aus der Kapregion stammend, in der Gegend von Rehoboth) sowie die Weißen (Deutsche, Engländer, Portugiesen und Buren im Lande verstreut). Entsprechend vielfälltig sind die Sprachen, neben der Landessprache Englisch werden Bantu- und Khoisan-Sprachen, Africaans und Deutsch gesprochen. 

Namibia ist verwaltungstechnisch gesehen in 13 Regionen gegliedert. Die meist kleineren Regionen im Norden des Landes (Caprivi, Kavango, Oshikoto, Ohangwena und Omusati), können wir im Rahmen unserer dreiwöchigen Tour leider nicht besuchen. Das wäre schon hinsichtlich der zu bewältigenden Kilometer kaum zu schaffen. Der Norden Namibias mit den Flüssen Kunene und Okavango ist sicher eine weitere Reise wert. Die beiden Flüsse gehören zu den wenigen Namibias, die übers Jahr mit Wasser gefüllt sind. Entsprechend interessant gestaltet sich dort die Flora und Fauna (Flusspferde, Krokodile, Vögel) des ansonsten sehr trockenen Landes. 

Wir beginnen mit unserer Rundreise in Windhoek, in der Region Khomas und fahren nach einer Stadtbesichtigung weiter in Richtung Norden. Dabei durchqueren wir den östlichen Teil der Region Otjozondjupa in Richtung Etosha Nationalpark, der in der Region Kuene liegt. Vom Nationalpark geht es weiter nordöstlich bis nach Opuwo, wo wir ein Himba-Dorf besuchen. Weiter in Richtung Süden fahrend besuchen wir das Damara-Land (u.a. Twyfelfontain) und fahren durch die Region Erongo zur Westküste (Cape Cross). Weiter südlich besuchen wir das Städchen Swakopmund. Die Erinnerungen an die Zeiten Deutsch-Südwestafrikas bleiben nicht aus, auch wenn wir diese nur aus Geschichtsbüchern kennen. Die Architektur, die Straßennamen, oft auch die Sprache verrät die deutsche Abstammung.

Wir fahren weiter in Richtung Süden entlang des Namib Naukluft Parks und streifen westlich die Region Khomas. Nach Solidaire erreichen wir die Region Hardap, wo unser nächstes Highlight, der Besuch der Namib Wüste (Sossusvlei), auf uns wartet. Entlang der Tsaris-Berge geht es in Richtung Süden nach Klein Aus Vista, gelegen in Karas, der größten und südlichsten Region Namibias. Schade, dass wir den nahe gelegenen Ort Lüderitz im Diamantengebiet nicht besuchen, leider konnte sich die Mehrheit unserer Reisegruppe nicht mit dieser kleinen Zusatztour anfreunden. Unser Weg führt uns in Richtung Osten bis Seeheim. Von dort nehmen wir unser südlichstes Ziel, den Fish River Canyon, in Angriff. In den wenigen Tagen, die uns noch in Namiba bleiben, geht es nun straff Richtung Norden, durch Keetmanshoop (Quiver Tree Forest) nach Mariental und weiter zu einer Lodge mitten in der Kalahari (Halb-?) Wüste. Die letzten beiden Tage verbringen wir auf einer Lodge westlich von Windhoek. Die wunderschöne Savannenlandschaft, welche die Karivo Lodge umgibt, liegt schon recht nah an der Region Omaheke, die im Wesentlichen als Farmland zur Rinderzucht genutzt wird.

Auf unserer Reise haben wir ca. 5000 Kilometer, meist auf holprigen Pisten zurückgelegt, wurden dabei von vielen freundlichen Menschen begleitet, haben viel Interessantes-, manchmal Kurioses-, sowie gutbürgerlichen Wohlstand - aber auch bittere Armut - gesehen und erlebt. Besonders interessant waren für uns die vielen Wildtiere im Etosha Nationalpark, die Namib Wüste mit den riesigen Sanddünen, die Weite der Kalahari mit den Kontrasten aus rotem Sand und grünen Bäumen, der Blick in den beeindruckenden Fish River Canyon, der Besuch eines Himba-Dorfes in der Nähe von Opuwo sowie die schier endlose Weite und Schönheit Namibias.