Island - Land der Weite

Nach vielen Reisen in warme südliche Regionen entschließen wir uns in diesem Jahr (2007) für eine Tour nahe des Nördlichen Polarkreises. Unser Reiseziel - Island - liegt im Norden nur wenige geografische Minuten südlich des Polarkreises, der zumindest auf den Landkarten von Island zum Greifen nahe scheint. Bei unserer Tour durch Island haben wir die "Insel aus Feuer und Eis", wie sie so oft in Prospekten und Reiseführen genannt wird, hautnah erfahren können. Die riesigen Gletscher, die Geothermalgebiete mit den farbig schillernden heißen Quellen, den zischenden Solfataren, den blubbernden grauen Schlammtöpfen und fantastischen Wasserspielen (Geysieren), die mächtigen Wasserfälle, farbenprächtige Berglandschaften und nicht zuletzt die mehrere hundert Meter steil abfallenden Küstengebiete mit großen Felsentoren im Meer haben uns nachhaltig beeindruckt.

Auf unserer Rundreise genießen wir die fast schon gespenstische Ruhe. Sobald man sich abseits der Hauptstadt Reykjavík und den davon nahe gelegenen Touristen-Highlights befindet ist die Gegend, besonders im Hochland, oft menschenleer. Nur ab und zu kommen uns auf den nahezu unendlich langen "Wellblechpisten" vereinzelte Fahrzeuge oder auch die ständig gegen den Wind kämpfenden Fahrradfahrer entgegen. Island bietet viel Weite für's Auge und die Seele. Geografisch gesehen ist die Insel in etwa so groß wie das Gebiet der ehemaligen DDR und hat gerade mal soviel Einwohner, wie früher Chemnitz (besser Karl-Marx-Stadt) hatte, und davon leben knapp vierzig Prozent in Reykjavík. Die Menschen in Island sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. Nur wenige sprechen deutsch, meist verständigen wir uns auf Englisch. Isländisch ist mit seinen Runen im Alphabet eine echte Herausforderung. Zumindest für uns war es schwer, sich die Namen und Begriffe zu merken, ganz davon abgesehen, dass man die Wörter oft völlig falsch ausspricht.

Interessant ist auch das Klima in Island. Die einzig berechenbare Komponente am Wetter ist, dass es sich mehrmals täglich ändert. Von 1 °C mit heftigem Wind und Schneeschauer im Hochland bis zu 25 °C bei herrlichem Sonnenschein am Mývatn See haben wir im Monat August alles erleben dürfen. Auch ausgiebige Regenfälle waren keine Seltenheit. Diese Wetterkapriolen spiegeln sich in den Urlaubsbildern auf den folgenden Seiten wieder. Mal spendet das Sonnenlicht leuchtend intensive Farben für herrliche Landschaftsbilder und nur wenige Minuten später verschwindet die Gegend im tristen Grau der dicken Regenwolken, die sich zyklisch über Island schieben.