Die Inseln der Azoren

Dieses schöne Fliesenbild befindet sich im Flughafen von São Miguel. Es zeigt die Azorischen Inseln in historischer Kartenform. Links angefangen sieht man die Insel Flores mit ihrer kleinen Schwester Corvo, es folgt Faial, Pico, São Jorge, Graciosa und Terceira. Rechts bzw. östlich dann São Miguel und Santa Maria.

Aber von vorn ...

Die ersten Monate des Jahres 2014 sind bereits ins Land gegangen  und wir durchforsten das Internet nach möglichen Urlaubszielen. Die verbleibende Zeit zur Vorbereitung einer Fernreise auf eigene Faust ist für dieses Jahr zu knapp und so beschließen wir eine geführte Wanderreise zu unternehmen. Auch hier sind viele Reisetermine bereits ausgebucht und so buchen wir noch schnell bei den "Wikingern" den letzten Reisetermin im Oktober zu den Azoren. Die portugiesische Insel Madeira hatten wir schon vor einigen Jahren besucht, die Erinnerung an die schöne Natur und die vielen Wanderungen entlang der Levadas wurde wieder lebendig und da wäre noch das viel gelobte Azorenhoch sodass man auch mit dem Wetter nichts falsch machen kann - dachten wir zumindest ... hier geht's zum Reisebericht

Bildquelle: Wikimedia Commons

Die Inselgruppe der Azoren liegt südlich des 40sten Breitengrades in etwa auf der Höhe von Lissabon. In Summe leben dort ungefähr so viele Menschen wie in unserer Heimatstadt Chemnitz (Azoren Stand 2012: ca. 247.000 Einwohner) auf einer Inselfläche von ca. 2330 km².  Die Azoren umfassen insgesamt neun Inseln, eingeteilt in drei Inselgruppen. Die nordwestliche Gruppe (Grupo Ocidental) mit den Inseln Flores und Corvo bilden zugleich des Westende von Europa. Die Zentralgruppe (Grupo Central) besteht aus den fünf Inseln Graciosa, Terceira, Sao Jorge,  Faial und Pico, wo sich der gleichnamige und zugleich höchste Berg Portugals (2350 m) befindet. Die Südostgruppe (Grupo Oriental) umfasst die Hauptinsel Sao Miguel und Santa Maria. Fünf der insgesamt neun Inseln haben wir auf unserer Reise kennengelernt.

Die Azoren gelten noch als touristisch wenig erschlossene Region. Eine Infrastruktur für den Massentourismus gibt es mit der Ausnahme von Sao Miguel nicht und so werden die Azoren noch als Geheimtipp in Reisführern gepriesen. Beindruckend ist das dazu im Vergleich sehr gut ausgebaute und markierte Netz der Wanderwege, die oft entlang der traditionellen Saumpfade führen. Bei den Wanderungen durchstreift man die verschiedensten Vegetationszonen. Oberhalb der Küstengebiete führen die Wege fast ausschließlich durch Weideland, in einigen Tälern aber auch in den Bergregionen kann man die ursprüngliche Vegetation der Insel, vor allem  ausgedehnte Lorbeerwälder, kennenlernen.

Das wirtschaftliche Umfeld der wenigen Industriebetriebe auf den Azoren steht in engen Zusammenhang mit der Fischerei- und Landwirtschaft. Im Rahmen unserer Reise haben wir interessante Pico-Weine, die geschmacklich an Cherry erinnern, sowie leckeren Käse aus heimischer Produktion probiert. In  Restaurants wird oft fangfrischer Fisch aber auch Rindfleisch aus eigner Inselproduktion angeboten.  Neben der Viehzucht wird auch der Anbau von Tee, Tabak, Zucker, Maracuja und Ananas betrieben. Die Ananasfrüchte werden windgeschützt in großen Gewächshäusern angebaut und sind unser Geheimtipp für jeden Wochenmarktbummel.

Die azorische Küche bietet viele einfache Fisch- und Fleischgerichte deren Qualität sehr unterschiedlich ausfällt. Wir haben die verschiedensten Restaurants kennengelernt, manchmal sehr lecker angerichtete Speisen genossen aber auch Gerichte mit lieblos verarbeiten Nahrungsmitteln bekommen. Dabei liegt es nicht immer an mangelnden Kochkünsten der Gastronomen. Unsere Empfehlung ist es möglichst nicht mit einer größeren Reisegruppe in kleine Restaurants zu gehen. Selbst bei Vorbestellung sind die kleinen Küchen oft überfordert  und die Qualität des sonst guten Essens geht verloren.

Einen Urlaub auf den Azoren können wir all denjenigen empfehlen, die gern wandern und die Ruhe und Abgeschiedenheit des Inselflairs  genießen möchten. Lange weiße Strände wird man auf den Azoren nicht finden. Dafür gibt es viele schöne Naturschwimmbecken entlang der Lavaküsten wo man sich nach einem anstrengenden Wandertag im Meerwasser erfrischen kann.

Adeus Acores!